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Seit Jahrzehnten leidet die Bevölkerung von Ligerz unter dem Lärm des Bahnverkehrs. Der Umfahrungstunnel schafft Abhilfe. Doch erst einmal wird es noch lauter.

Lesen Sie weiter: Bieler Tagblatt, 13.04.2022

 


 

Das Nadelöhr muss beseitigt werden

Die rasche Realisierung des doppelspurigen SBB-Tunnels in Ligerz ist eine zentrale Forderung der Gemeinden am linken Bielerseeufer und der Region. Der einzige einspurige Abschnitt zwischen dem Bodensee und dem Genfersee in Ligerz ist ein echter Engpass. Dieser 1800 m lange Abschnitt verunmöglicht eine optimale Bedienung des Bahnknotens Biel für Fern- und Güterzüge. Zudem gefährdet diese Situation das Angebot an Regionalzügen.

Fern- und Regionalzüge: Staus.
Die Strecke Biel-Neuenburg ist bereits heute überlastet: Der dringend notwendige Halbstundentakt der ICN-Fernverkehrszüge von Zürich/Basel über Biel in die Westschweiz kann nicht umgesetzt werden, ohne die bestehenden Regionalzugangebote zu gefährden. Die Forderung nach einem Halbstundentakt der Regionalzüge kann ohne den Ligerzer Tunnel nicht erfüllt werden.

Güterverkehr: Auf dem Abstellgleis
Der Engpass wirkt sich auch auf den Güterverkehr aus. Das Schiedsgericht wurde vor zwei Jahren zweimal wegen Änderungen, die den Regionalverkehr und den Güterverkehr betrafen, angerufen, kurz bevor mächtige Kompromisslösungen gefunden werden konnten. Und die Nachfrage nach dem Güterverkehr wird in den kommenden Jahren steigen.

Die Landschaft und die Bevölkerung sind betroffen
Die Weinberge am linken Ufer des Bielersees sind im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgeführt. Das Winzerdorf Ligerz und die umliegenden Weiler - allesamt wertvolle Schutzgebiete - leiden unter der starken Lärm- und Vibrationsbelastung durch die vorbeifahrenden Züge, die nur wenige Meter von den Wohngebäuden, der Schule und dem Seeufer entfernt verkehren.

 


 

Breite Unterstützung

Im Frühjahr 2006 und innerhalb von zwei Wochen unterzeichneten fast 5000 Personen aus der Umgebung des linken Bielerseeufers eine Petition. Das Komitee, das diese Petition initiiert hatte, hatte die Unterstützung aller Bürgermeister und Bürgermeisterinnen des Vereins seeland.biel/bienne erhalten.

Zudem fordert der Staatsrat im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens zum ZEB-Programm die Aufnahme des Ligerzer Tunnels in das ZEB-Kernangebot. Die Regierung hat die Unterstützung des Kantonsparlaments. Eine entsprechende überparteiliche Motion wurde im Januar 2007 eingereicht. Auch die Konferenzen der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs der Westschweiz (BE, FR, GE, JU, NE, VD, VS) und der Nordwestschweiz (AG, BE, BL, BS, JU, SO) plädieren für eine rasche Beseitigung dieses Engpasses, der die Jurasüdfusslinie beeinträchtigt.

 

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